02 Nov

Tupperware und Bisphenol A / BPA

Tupperware Bisphenol A / BPA

Tupperware Tupperparty abgesagt

Die angekündigte Tupperparty am 4.11.2014 findet NICHT statt.

 

Unsere Gründe gegen Produkte von Tupperware

Von einem eingeladenen Gast wurden wir auf die Problematik von Bisphenol A in Tupperware-Produkten aufmerksam gemacht. Bisphenol A (BPA) ist ein Weichmacher in Kunststoffprodukten und gilt unter anderem als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend. Seit 2011 ist der Einsatz der Chemikalie bei der Produktion von Babyfläschchen EU-weit verboten. In Frankreich soll der Weichmacher Bisphenol A ab Mitte 2015 aus sämtlichen Lebensmittelverpackungen verbannt werden.

Auf unsere Anfrage bei Tupperware zu dieser Problematik erhielten wir von der Beraterin die Aussage, dass kein Bisphenol A enthalten sei. Auf weitere Nachfrage, woher diese Information stamme, bekamen wir einen offiziellen Informationsbrief des Unternehmens, der weiter unten aufgeführt ist und der mit exakt demselben Wortlaut in einem Beitrag von 2008 in einem Elternforum im Internet zu finden ist. Dieser besagt, dass die Babyflaschen ohne BPA sind. Weiter wird erklärt, dass die Problematik nur für Polycarbonat-Kunststoffe (PC) gelte und Tupperware-Produkte auch aus Polyethylen und Polyprophylen (PP) bestehen. Tupperware tätigt jedoch keine Aussage darüber WELCHE ihrer Produkte aus PC oder PP hergestellt sind. Weiter wird darauf verwiesen, dass PC bzw. das darin enthaltene Bisphenol A keine nachgewiesene Gefahr darstelle!

Aus unserer Sicht, lässt sich das folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Tupperware scheint nicht ganz auf dem neusten Stand zu sein. Die aktuellen Entwicklungen zum Verbot von BPA finden bei Tupperware keine Berücksichtigung – anders können wir uns den unveränderten Wortlaut vom offiziellen Infobrief 2008 und 2014 nicht erklären.
  2. Wenn Frankreich einen bedenklichen Stoff komplett verbieten will, ist es für uns schwer nachvollziehbar, dass Tuppperware verlautbaren lässt, dass „Bisphenol A für den beabsichtigten Gebrauch, insbesondere auch im Lebensmittelbereich, unbedenklich ist“.
  3. Inwieweit Tupperware befähigt ist, Aussagen darüber zu tätigen, ob oder inwieweit BPA als gefährlich einzustufen ist, darf kritisch hinterfragt werden.
  4. Die erste Aussage der Beraterin, dass die Tupperware-Produkte kein BPA enthalten ist schlichtweg falsch und damit nicht vertrauensfördernd.
  5. Bei derart hochpreisigen Produkten, wie sie Tupperware anbietet, erwarten wir eine bedeutend offenere Umgangsweise.
  6. Wir finden, dass Transparenz anders aussieht: Zum Beispiel ein offizieller Hinweis auf der Homepage des Unternehmens, klare Kennzeichnung und Offenlegung welche Produkte genau aus PP und welche aus PC sind.

 

Antwort von Tupperware

Und hier noch das Original-Statement von Tupperware, das wir als Antwort auf unsere Frage erhielten:

Gerne beantworten wir Ihre Anfrage zur unbedenklichen Nutzung von Tupperware-Produkten im Zusammenhang mit Bisphenol A und legen Ihnen dar, warum Sie Ihre Tupperware-Produkte aus Polycarbonat weiterhin unbesorgt verwenden können.

Zunächst möchten wir Ihnen versichern, dass ausschließlich der Kunststoff Polycarbonat mit dem Thema Bisphenol A in Verbindung steht. Alle anderen Kunststoffe wie zum Bsp. Polyethylen oder Polypropylen, aus denen die weitaus größte Zahl der Tupperware-Produkte hergestellt wird, sind deshalb von der Diskussion völlig unberührt.

Wir verweisen auf den Stand der internationalen Forschung und die offiziellen Verlautbarungen der nationalen und internationalen Behörden in der EU, die besagen, dass Produkte, die mit Bisphenol A hergestellt wurden, keinerlei Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen. Bisphenol A wird seit mehr als 40 Jahren benutzt und ist einer der am intensivsten erforschten Stoffe. Die Mehrzahl der Experten stimmt in ihren Forschungsergebnissen darin überein, dass Bisphenol A für den beabsichtigten Gebrauch, insbesondere auch im Lebensmittelbereich, unbedenklich ist.

Sollte über Bisphenol A in den Medien berichtet werden, prüfen Sie deshalb bitte immer kritisch: Um welche Produkte geht es? Welchen Einsatzzweck haben diese Produkte? Zum Beispiel wird der Einsatz von Polycarbonat nicht für Babyflaschen empfohlen bzw. von einigen Wissenschaftlern und Behörden kritisch hinterfragt. Tupperware stellt sie deshalb seit vielen Jahren aus Polypropylen her.

Sie dürfen versichert sein, dass Tupperware Deutschland die Gesundheit ihrer Kunden sehr am Herzen liegt, was sich in einer verantwortungsvollen Auswahl aller Materialien zur Herstellung der Tupperware-Produkte widerspiegelt. Die aus Polycarbonat hergestellten Aufbewahrungs- und Servierbehälter von Tupperware können Sie als Kundin auch weiterhin vertrauensvoll nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

 

5 Gedanken zu „Tupperware und Bisphenol A / BPA

  1. Ich habe sehr viele Tupper WAHRE
    aus einen Grund gekauft weil im Plastik keine weichmache drin sein sollte laut Aussage der Tupperberaterin und meine Wahre sind ein Teil schon 20zig alt .
    SIND jetzt weichmacher in der Wahre verarbeitet worden oder nicht?
    Bitte um Antwort!!!

  2. Hallo Biggi,
    danke für deine Anmerkung. Falls das so sein sollte, hat Tupperware das doch bestimmt öffentlich kommuniziert. Kannst du uns bitte den Quellennachweis für deine Aussage erbringen?

  3. Ich bin erstaunt, dass diese Antwort von Tupperware sein soll, da es dort seit 2013 kein Polycarbonat mehr gibt-

  4. Die Tupperware-Beraterinnen sind nicht nur „begeisterte Anwenderinnen“, sondern verdienen ihr Geld mit den Produkten, damit sind sie nicht mehr oder weniger glaubwürdig als jeder andere Verkäufer.
    Bisphenol A ist „in den Molekülen eingeschlossen und nur ein Zwischenprodukt“ – au weia!
    Dieser bedenkliche Stoff kann nicht nur durch Hitze, sondern auch durch Säure aus dem Plastik gelöst werden, die in vielen Lebensmitteln enthalten ist.
    Tupperware weigert sich ja, die Bestandteile ihrer Kunststoffe offen zu legen, insofern muss man sich auf die Aussagen der PR-Abteilung einer amerikanischen Firma verlassen.
    Leider ist Kunststoff im Lebensmittelbereich allgegenwärtig, aber es gibt schon deutliche Tendenzen dagegen. Glas und Edelstahl in der Küche und offene Ware im Geschäft.

  5. Liebes Laleli-Team,

    regelmäßig verfolge ich eure Weiterentwicklung und freue mich, dass ihr voran kommt. Diesmal muss ich allerdings Kritik üben, da ich einen Artikel in dieser Art nicht in Ordnung finde. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich doch sehr wunderte, warum in aller Welt überhaupt eine Plastikparty im Nachhaltigkeitscafé stattfindet, erscheint mir der Beitrag nicht ausreichend recherchiert und engstirnig argumentiert.

    Unbestritten ist Bisphenol A ein fürchterliches Hormongift, welches niemand von uns freiwillig und vor allem wissentlich in seinem Körper herumtragen möchte, ABER deswegen nun Tupper an den Pranger zu stellen empfinde ich nicht als angemessen. In den Polycarbonaten die Tupper nutzen, wird Bisphenol A als Zwischenprodukt eingesetzt, was zur Herstellung des endgültigen Kunststoffs benötigt wird. Das Bisphenol A ist aber fest in die Molekülmatrix eingebunden. Einfach so entweichen kann es also nicht. Durch Erhitzung KANN es zur Auslösung kommen, daher wurden völlig zurecht die Babytrinkfalschen verboten. Die Chemikalie Bisphenol A wird zB als Farbentwicklungskomponente genutzt und soll daher völlig zurecht im Lebensmittelverpackungsbereich verboten werden. Diese Chemikalie ist aber (trotz gleichen Ursprungs) NICHT gleichzusetzen mit dem Zwischenprodukt Bisphenol A, das zur Kunststoffherstellung benötigt wird. Ihr verdreht da vermutlich aus Unwissenheit die Tatsachen, es geht um 2 unterschiedliche Themen!

    Artikel aus PC kann man sehr leicht an seiner Optik und Haptik erkennen, so wie PE und PP auch. Ich kenne jetzt nicht das komplette Tuppersortiment, aber mir fallen wirklich nicht viele infrage kommende Artikel ein. Und die, die mir einfallen, haben mit Erhitzung nichts zu tun, z.B. die transparenten Salatschüsseln. Auch eine Aussage von Tupper welches Teil aus welchem Material ist ist nicht nötig, das erkennt jeder von uns mit ungeschultem Auge, einmaliges googlen reicht meist schon aus.

    Zu 1.
    Wie gesagt gilt es hier zu unterscheiden ob das Zwischenprodukt oder die Chemikalie gemeint ist. Eure Aussage stimmt so also nicht!

    Zu 3.
    Tupperware stützt sich auf offizielle Untersuchungen, daran ist erst einmal nichts verkehrt und es ist legitim. Inwieweit ihr/wir befähigt sind Aussagen zu dem Thema zu treffen obwohl ihr/wir keine Materialspezialisten seid darf meines Erachtens ebenso kritisch hinterfragt werden, sorry.

    Zu 4.
    Tupperware Beraterinnen sind in der Regel begeisterte Anwenderinnen aus dem normalen Leben, die mit Ihrer Begeisterung für das Produkt andere „normale“ Leute zum Kauf animiert. Tupperberater/Innen sind keine Chemieexperten und Ihre Aussage war sicherlich keineswegs beabsichtigt. Man könnte es wissen als Verkäuferin, das stimmt schon. Aber sich darüber zu echauffieren finde ich überzogen. Ich möchte nochmal betonen, dass Bisphenol A ein Vorprodukt des PC ist! Eine Modeverkäuferin weiß auch nicht, aus welcher Baumwollpflanze der Pullover, mithilfe welchen Fließmittels das Garn gesponnen wurde und mit welcher Chemikalie der Stoff behandelt wurde, damit er schön flauschig ist. Wird sie dafür verurteilt?

    Zu 6.
    Hier verstehe ich Tupper auch nicht in Gänze, eine Deklarierung auf der HP wäre zweifelsohne hilfreich. Allerdings kann man wie oben bereits erwähnt leicht erkennen welche Artikel aus PC sind und welche nicht.

    Sicherlich wisst ihr dann ja auch, dass Bisphenol A in allen möglichen Artikeln des Alltags vorkommt und eine Aufnahme über die Haut ebenso gut möglich ist. Denkt also das nächste Mal dran, wenn ihr einen Kassenzettel in der Hand haltet, mit eurem Handy spielt (was sich auch gerne mal erhitzt) oder euer Teewasser im Wasserkocher erhitzt, letzteres ist besonders appetitlich. Auch der Flüssigkeitskonsum aus Plastikflaschen oder die Nutzung von Frischhaltefolie dürfte sehr unappetitlich erscheinen, wenn man sich einmal damit auseinandersetzt.

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